Goodbye Bookstagram – Warum ich einfach mal eine Pause von dir brauchte

Goodbye Bookstagram - Warum Bookstagram manchmal keinen Spaß mehr macht

Na, wer von euch kennt mich noch? Wenn man monatelang nicht mehr im Feed von Bücherwürmern aufgetaucht ist, dann beginnt so langsam der Selbstzweifel an einem zu nagen – Interessieren sich die Menschen überhaupt noch für meine Rezensionen, Empfehlungen und Inhalte? Schließlich gibt es inzwischen eine so wundervoll großer Buchcommunity, dass man da als kleiner Blogger doch schnell mal in Vergessenheit gerät. Niemand wartet schließlich auf GENAU MEINEN Content, wenn wir mal ganz ehrlich sind. Dessen bin ich mir bewusst. Und ganz kurz war die Angst vor einer Rückkehrer die niemanden interessiert, dann doch so groß, dass ich meinen Bookstagram-Account plus Blog löschen wollte. Das brachte ich dann aber doch nicht fertig, denn schließlich hängen hier so viele Erinnerungen dran.

Nun stellt ihr euch sicherlich die Frage: Nina, warum hast du so lange aufgehört zu bloggen? (Vermutlich auch nicht, aber ich erzähl es euch mal trotzdem). Grund für meine Blog-Abstinenz war eine Mischung aus viel Arbeit, Lockdown-Motivationstief, Leseflaute und privater Herausforderungen. Mehrere Faktoren spielen zusammen und führten quasi dazu, dass ich Bookstagram Deutschland einfach nur satt hatte.

Der Spaß war verschwunden

Unsere Community wächst, von Tag zu Tag. Bookstagram wird quasi salonfähig. Wir sind nicht mehr nur ein Haufen lesender Nerds, sondern echt cool. Hier finden Menschen zusammen, die zusammen nerdig sein können, aber auch jeden akzeptieren so wie er ist. Für mich ist Bookstagram eine vielseitige und sehr tolerante Gruppe, die jeden Menschen so aufnimmt, wie er ist und ihn dafür feiert. Jeder Lesegeschmack ist hier akzeptiert. Anfang 2020 kam bei mir aber ein immer negativeres Gefühl auf, wenn ich mich in meiner Buchbubble herumtrieb: Lästereien, Shitstorms, unauthentische Werbung und Rezensionen, die nicht ganz so ehrlich wirken, wie sie es sollten. All das nahm mir nach und nach den Spaß an der Sache. Dieses sichere und heimelige Gefühl, das ich bisher von Bookstagram kannte, war plötzlich weg. Immer mehr Blogger mussten sich für Kleinigkeiten rechtfertigen, wurden kritisiert und angegriffen und eine negative Stimmung kam immer öfter auf. Damit wuchs in mir auch die Angst, selber mal aufgrund einer Rezension einen Shitstorm abzubekommen. Im Nachhinein weiß ich: Ich hätte damals einfach direkt bestimmten Personen entflogen sollen. Mein aktueller Feedback besteht aus mehr Nischenliteratur und weniger Hype-Büchern und tatsächlich hat das dafür gesorgt, dass ich mich wieder wohler in meiner Hubble fühle.

Der Druck wurde immer größer

Zusätzlich zum fehlenden Spaß in der Community wurden mein Blog und auch mein Instagram-Account immer größer. Damit wuchs auch die Verantwortung, immer regelmäßig Inhalte zu liefern. Wenn dann plötzlich nicht mehr so viel Zeit (oder Motivation) zum Lesen da ist, bringt das natürlich auch weniger Rezensionen und Posts mit sich. Anfang 2020 sank meine Followerzahl immer weiter und ich bezog diese Entwicklung zu sehr auf mich und meine Inhalte, dachte sie wären schlecht. Heute ist mir diese Entwicklung egal. Ich habe gemerkt: Du musst nicht immer die aktuellen Trends mitmachend um mitreden zu können. Ja, das gibt dir Reichweite, aber was bringt es mir, gehütet Bücher zu lesen, wenn die meisten mir davon am Ende nicht einmal gefallen?

Eine Lebensumstellung folgt der nächsten

Nachdem ich im März 2020 eine Vollzeitstelle antrat, bliebt mir natürlich deutlich weniger Zeit zum Lesen, als vorher im Studium. In Kombination mit dem ersten Corona-Lockdown setzt dann noch eine ordentliche Leseflaute ein, die sich lange zeit nicht verabschieden wollte. Beruflich hatte ich schließlich genug mit Lesen und Schreiben zu tun, nach Feierabend musste das da nicht auch noch sein. Es folgten zwei gesundheitliche Niederschläge, sodass ich mit im Herbst und Winter mehr um mich kümmern musste. Jetzt sind diese Hürden genommen und langsam kehrte die Leselust auch wieder zurück.

Oh my God, I’m back again

Ich habe also meinen Bookstagram-Feed etwas angepasst, meine eigenen Ansprüche an mich selbst stark reduziert und möchte mir zukünftig auch den Druck beim Bloggen nehmen. Das bedeutet: Keine offiziellen Rezensionsbücher mehr anfragen und nur noch das lesen, was mich wirklich interessiert – auch wenn das Buch schon uralt ist und sonst niemanden interessiert. Kein Druck mehr, das perfekte Foto zu schießen, kein Druck mehr, täglich Content zu liefern. All das ist für mich jetzt Vergangenheit.

Wer mir jetzt noch immer folgen will, auf den freue ich mich ehrlich. Ich hoffe, dass ihr mir seltenere (und vielleicht optisch nicht mehr ganz so perfekte) Inhalte nicht übel nehmt und trotzdem noch Lust habt, euch regelmäßig mit mir auszutauschen. Wenn ja: Danke! Ich freue mich, ab jetzt wieder aktiv Teil dieser tollen Community zu sein!

Hattet ihr auch schonmal Phasen, in denen ihr keine Lust mehr auf das Bloggen hattet? Was waren eure Gründe dafür und wieso habt ihr wieder angefangen? Ich will es wissen: 😉

Ein Kommentar zu „Goodbye Bookstagram – Warum ich einfach mal eine Pause von dir brauchte

  1. Also ich habe im Januar 2021 beschlosse mich von Instagram fern zu halten und habe meinem Accunt bist zum 08.03 deaktiviert. Anfang war es echt hardcore und strange, denn man schaut nicht mehr 101010x am ag auf 203030x Stories auf Instagram. Es war gewöhnungsbedürftig. Ich habe auch meinen FB account und twitter deaktiviert und entdecke die Langeweile. Man wird schoin echt abhöngig und die Zeit geht einfach draufund das ist echt schade. Deswegen werde ich mich vermehrt zurückziehen und kaum noch was auf FB / Twitter verbreiten. Eventuell werde ich mein Instagram accouznt löschen, weil ich a) keine Zeit habe b) man vergleicht sich dann immer c) frustriert wird, wenn man zu wenig likes oder Follower hat d) man muss jeden tag was hochladen. Ätzend!

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